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Die schöne Insel Prof. Dr. Günter Pilz, Institut f. Algebra, JKU „Ilha Formosa“ – die schöne Insel - nannten die Portugiesen das heutige Taiwan (man darf noch immer „Formosa“ sagen). Es ist etwa halb so groß wie Österreich, hat aber dreimal so viele Einwohner. Viele denken bei „Taiwan“ an Billigprodukte (das ist schon lange nicht mehr zutreffend) und an den Dauerkonflikt mit der VR China (das ist leider noch immer aktuell). Taiwan ist heute ein moderner, aber doch noch chinesischer Staat, vielleicht ein wenig zu amerikanisiert, in vielen Belangen technisch den Europäern voraus und mit einer phantastischen Küche. Nur an den Küsten ist Taiwan dicht besiedelt; im Inneren gibt es Gebirge (fast 4000m hoch), Schluchten, Seen, heiße Quellen und ganz einsame Gegenden. „Taiwan“ hat nichts mit Thailand zu tun; es heißt in etwa „Terrassenbucht“. Im Norden liegt die Hauptstadt Taipei („pei“ heißt „Norden“), im Süden Tainan (raten Sie mal, was „nan“ heißt…). Nun können Sie schon 4 chinesische Wörter. Wenn Sie hinfahren wollen (was eine exzellente Idee wäre), schadet es nicht, ein paar mehr davon zu lernen, zumal 4 als Unglückszahl gilt. Chinesische Wörter sind relativ leicht zu erlernen, die Grammatik ist extrem einfach, die Aussprache kann einen aber manchmal verzweifeln lassen. Ich habe genug Chinesisch gelernt, um vieles in Chinesisch sagen zu können; es versteht mich nur keiner… Heuer (2010) war ich im Jänner und Februar Gastprofessor an der National Cheng Kung University (NCKU) in Tainan. Sie ist eine der beiden „Exzellenzuniversitäten“ Taiwans und in allen Rankings deutlich vor der JKU. Die NCKU ist eine der Partneruniversitäten der JKU in Taiwan, mit denen es einen regen Austausch von Studierenden und ForscherInnen gibt. Das Institut für Algebra der JKU hat auch ein gemeinsames Forschungsprojekt (finanziert durch die jeweiligen Forschungsfonds) über die Anwendungen abstrakter Algebra in der Landwirtschaft. Neben Forschung und Lehre traf ich mich in Taiwan auch mit Studierenden der JKU in Tainan und Studierenden aus Tainan, die früher ein Jahr in Linz waren. Die taiwanesischen Studierenden sind mittlerweile die größte ausländische Gruppe an der Universität Linz); viele ehemalige Studierende haben jetzt ausgezeichnete Jobs in Taiwan bekommen, meist explizit wegen der Auslandsaufenthalte und der Deutschkenntnisse. Auslandsaufenthalte machen sich also bezahlt – in vielerlei Hinsicht! Das gilt nach einer Studie von Prof. Euler auch für österreichische Studierende! Auch viele neue Kontakte konnte ich knüpfen. Besonders beeindruckend waren die Besuche an der Academica Sinica (tatkräftig unterstützt durch das taiwanesische Kulturbüro in Wien) und bei der National Taiwan University of Technology. Diese beiden Institutionen gehören in vielen Gebieten zur Weltspitze; die Universität Linz möchte die Kontakte zu diesen Institutionen deutlich ausbauen.
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